Wichtige Infos auf einen Blick
Alexander Ringsgwandl ist zweiter Vorsitzender des Georgivereins Ruhpolding, der den Ritt Jahr für Jahr mit vielen Ehrenamtlichen aus dem Ort auf die Beine stellt. Anders als in anderen Gemeinden findet er nicht im April zum Namenstag des heiligen Georg statt, sondern immer am ersten Sonntag im September. 1972 hatte man den Termin verlegt, wegen des oft nasskalten Wetters im Frühjahr. Einmal drehte ein Teil der auswärtigen Reiter sogar wegen Starkregens um. Und noch etwas spricht für den Spätsommertermin: Während im April ein Ritt den nächsten jagt, gehört dieser Sonntag ganz allein Ruhpolding.
Die Ruhpoldinger versprachen damals, alljährlich zu Ehren des heiligen Georg auszurücken, um Segen für Mensch, Tier und Arbeit zu erbitten. Über die Jahrhunderte ist daraus ein fester Bestandteil des Dorflebens geworden. Eine besondere Rolle spielen dabei die Paktisten, es sind die Mitglieder der alten Georgs-Bruderschaft, die einst durch Papst Benedikt XIV eingesetzt wurde. Ihre Existenz ist seit 1773 urkundlich belegt. Früher war die Mitgliedschaft an 30 Ruhpoldinger Hofanwesen gebunden und wurde innerhalb der Familien weitergegeben. Bis heute sind sie beim Georgiritt an ihren blauen Mänteln mit rotem Kragen zu erkennen. Der Georgiverein versteht sich als Nachfolger dieser Tradition.