Könnte Vicky schnurren, sie würde es tun. Aber sie ist kein Kätzchen, sondern eine gestandene 18-jährige Süddeutsche Kaltblutstute. Neben ihr genießt die zwölf Jahre jüngere Margareta, auch „Struppi“ genannt, ebenfalls die lauwarme Dusche. Nach dem Waschen flechten Franziska und Theresa Strähne für Strähne Schweif und Mähne der Tiere zu kunstvollen Meisterwerken – bereit für den großen Auftritt. Es ist eine Pferde-Wellnessbehandlung de luxe, denn morgen ist ein ganz besonderer Tag: Ruhpoldings alljährlicher Georgiritt, bei dem die ganze Familie Ringsgwandl vom Aschenauer Hof seit Jahren fest eingebunden ist. Alexander hat sogar die Ehre, mit Vicky und Margareta, die Kutsche samt Bürgermeister fahren zu dürfen. „Süddeutsche Kaltblüter sind für ihre Ruhe und ihr ausgeglichenes Wesen bekannt“, sagt er. „Sie lassen sich das hier sichtlich gefallen und ahnen doch, dass etwas Besonderes bevorsteht.“
Damit die Tiere nach dem aufwendigen Herrichten am morgigen Tag noch genauso gepflegt aussehen, bleiben sie über Nacht im Stall statt auf der Weide, mit frischem Heu auf dem Boden.