Heute Morgen, kurz nach acht. Als Nadina, Julius, Philipp und Ferdl losfahren, liegen 84 Kilometer und knapp 2.000 Höhenmeter vor ihnen, die anspruchsvollste Strecke der Chiemgau Bike Trophy, die nicht umsonst „De Zache“ heißt. Für geübte Biker ist das kein Schreckgespenst, aber Respekt hat man schon, wenn man weiß, dass zwei längere Anstiege auf einen warten: zuerst der Hochfelln-Vorsattel, später die Rampe hinauf zur Stoißer Alm. Dazwischen rasante Abfahrten und Talpassagen, vorbei an Bächen, durch Moore und über weitläufige Almwiesen.
„Am Anfang ist die Strecke noch moderat“, erzählt Nadina im Ziel. „Ruhige Straßen, weite Blicke ins Tal, perfekt zum Einrollen.“ Entlang der Urschlauer Ache in Ruhpolding fließt das Wasser direkt am Radweg, während die ersten Sonnenstrahlen die Gipfel streifen. Dann wird es ernst: 700 Höhenmeter am Stück Richtung Eschlmoos. Der Weg zieht sich durch schattigen Bergwald, immer wieder mit kleinen Ausblicken auf den Chiemsee, Postkartenmotive, die fast vom gleichmäßigen Kurbeln ablenken. Oben belohnt der Blick: Kaisergebirge und Alpenvorland liegen wie ein Panorama ausgebreitet vor ihnen.
Die Freunde setzen auf Gravelbikes, weil sie flexibel sind: schnell auf Asphalt, stabil auf Schotter, und trotzdem leichter als klassische MTBs. „Es ist einfach die perfekte Mischung“, sagt Ferdl. „Man kommt flott voran, kann aber auch auf Kieswegen entspannt fahren."