Golf begleitet Emilian seit seiner Kindheit. Sein Vater ist Golftrainer, fast die ganze Familie spielt. „Golf war der einzige Sport, bei dem ich am Anfang nicht gut war. Genau das hat mich motiviert, dranzubleiben“, erzählt er. Heute macht er selbst die Ausbildung zum Golflehrer und verbringt praktisch jeden Tag auf dem Platz. Was ihn fasziniert? „Beim Golf spielt man vor allem gegen sich selbst und den Platz. Es gibt keinen direkten Gegner wie im Fußball, trotzdem kann man den Sport wunderbar gemeinsam erleben. In sogenannten ‚Flights‘ mit bis zu vier Spielern genießt man den Tag zusammen oder geht allein auf die Runde. Kopfhörer aufsetzen, abschalten, einfach mal den Kopf frei bekommen.“
Ein kontrollierter Schwung, und der Ball fliegt in eleganter Kurve über Bahn 14. Am Abschlag zeigt sich, was diesen Platz so besonders macht: die Ruhe, das Panorama und das sich unterhalb zwischen den Bergen öffnende Ruhpoldinger Tal.
So einfach Golfspielen von außen betrachtet wirken mag, ist es allerdings nicht. „Der Schwung ist technisch komplex, der Ball ist klein, der Schlägerkopf auch, das ist echte Millimeterarbeit“, weiß Emilian. Tatsächlich gilt Golf als eine der schwierigsten Sportarten überhaupt.
Die zentrale Lage und die abwechslungsreiche, aber nicht zu hügelige Anordnung machen die Anlage besonders attraktiv, gerade auch für Einsteiger. Das Highlight ist Loch 13, eines der längsten im gesamten Chiemgau, mit Abschlag durch eine enge Baumschneise.
Emilian räumt mit dem Vorurteil auf, Golf sei teuer und elitär. "Einsteiger-Sets gibt es ab 400 Euro, dazu viele gebrauchte Schläger und Kinderausrüstungen", erklärt er. Auch die Kleiderordnung sei entspannter, als viele denken: Ein Polohemd reicht, Jogginghose und ärmelloses Shirt gehen allerdings nicht, ein gepflegtes Auftreten gehört zur Tradition. „Wer Golf einmal ausprobieren möchte, startet am besten mit einem Schnupperkurs. Gerade in Ruhpolding eignet sich so etwas perfekt für Urlauber“, sagt Emilian. „Und wer dann Lust bekommt, kann direkt die sogenannte Platzreife machen, quasi den Führerschein für den Golfplatz.“
Dazu gehören mehrere Trainerstunden, ein Regeltest und eine praktische Prüfung über neun Loch. „Das ist gut machbar. Wer ein bisschen übt, schafft das auch“, motiviert Emilian. Mit der Platzreife beginnt das richtige Golfspiel. Das Handicap, also die Zahl, die die persönliche Spielstärke angibt, erspielt man sich über Runden im Club. Einsteiger starten bei Handicap 54. Je niedriger der Wert, desto besser ist die Spielstärke.