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Skiverleih von Anton Plenk

SKI-PIONIERE Ruhpoldings

Datum: 07.01.2025
Von: Kathrin Thoma

Anton Plenk trägt eine Mappe unterm Arm, voll mit Zeitungs- ausschnitten. Der 92-Jährige hat über viele Jahre nicht nur alles zu seinem Steckenpferd Biathlon zusammengetragen, sondern auch zur Heimat- und Familiengeschichte, und natürlich zum Skisport in Ruhpolding. Auf einem Tisch breitet er allerhand Dokumente aus: „Plenk 76. Der Nowax-Ski nach Maß“, „1. Langlaufschule Deutschlands“, „Aus Lust am Sport“.

Schon Anton Plenks Vater Toni lebte für den Wintersport. Er war der erste Skilehrer in Ruhpolding und übernahm in den 1920er Jahren als Sportwart die Geschicke des örtlichen Skiclubs. Zu der Zeit holte er auch die ersten Winterpauschaltouristen in den Ort, der fortan in ganz Deutschland den Ruf als Langlaufdorf genoss. Eine Woche Aufenthalt mit allem Drum und Dran, inklusive Skiunterricht durch die Mitglieder des Skiclubs, war damals für 45 Mark zu haben. „Mein Vater hat sogar eine Zusammenstellung der Hauptübungen gemacht. Da standen dann Kommandos wie Abfahrt: Hocke – Fäuste herein!, Pflugbogen: Hocke – Fersen hinaus – links – rechts!“, zeigt Anton Plenk auf einem Blatt in seiner Sammlung.

Der Name Plenk ist in Ruhpolding eng mit der Geschichte des Wintersports verbunden. Senior Toni Plenk brachte vor rund 100 Jahren die ersten Skipauschaltouristen in den Ort und seine Söhne später den ersten Schuppenski auf den Markt. Anton Plenk ist einer von ihnen und erinnert sich an „die gute alte Zeit“.

Die Leidenschaft für den Langlauf gab der Vater an die Söhne weiter. Die heimsten nicht nur Wettkampferfolge ein, sondern fingen an, ihre eigenen Ski zu bauen. „Es gab nach dem Krieg nur beim Gustl am Schliersee gescheite Ski zu kaufen. Anfang der 1960er Jahre begann ich deshalb mit meinem Bruder Jochen an der Entwicklung eigener Langlaufski zu tüfteln, für unsere ersten Bretter nahmen wir Eschen- holz“, erinnert sich Anton Plenk.

1963 gründete die Familie schließlich ganz offiziell die  Ski-Firma Plenk, eröffnete ein Jahr später in Ruhpolding die erste Ski-Wanderstrecke Deutschlands und entwickelte dafür extra einen breiten, leichten Wanderski. „Es ging darum, in der Natur auf Ski spazieren zu gehen, was bei den Gästen sehr gut ankam und einfach zu lernen war. Dafür musste man kein konditionsstarker Sportler sein“, berichtet Anton. Auch beim Skibau wurden die Plenk-Brüder immer versierter. Nach einigen Versuchen mit PK-Schaum gelang es ihnen, den ersten modernen Kunststoffski für den Rennbereich zu bauen. 1980 brachten sie den allerersten Schuppenski heraus, der nicht mehr aufwendig gewachst werden musste.

Anton Plenk läuft den Rauschberg hinauf
Anton Plenk zeigt stolz ein Paar alte Skier

»„Handgemacht in Zell“ stand auf jedem Paar Ski.«

Als in den späten 1980er Jahren der Langlaufmarkt einbrach, stellten die Plenks die Produktion ein und konzentrierten sich für einige weitere Jahre auf die Herstellung von Snowboards. Aber sie selbst blieben ein Leben lang leidenschaftliche Langläufer. Bis vor zwei Jahren stand Anton Plenk selbst noch regelmäßig auf den dünnen Latten. Sein bevorzugtes Revier: das Lödenseegebiet. „Weil es dort nicht nur wunderschön ist, sondern auch sehr schneesicher“, sagt der 92-Jährige.

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