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Frau macht Dehnübungen im Winter

WINTER. Laufen. LOS.

Datum: 03.02.2026
Von: Kathrin Thoma

Die ersten Meter sind immer die schwierigsten. Der Körper schreit noch nach Wärme, die Hände wollen in den Taschen bleiben. Aber dann, nach wenigen Minuten, kommt der Rhyth- mus. Schritt, Atem, Schritt. Der Herzschlag wird schneller, die Muskeln warm, und die frische Bergluft fühlt sich richtig belebend an. In Ruhpolding geht Winterjogging fast überall: entlang der Weißen Traun, wo das Wasser leise plätschert und sich schmale Abschnitte mit offenen Passagen abwechseln, über die Golfplatzrunde, die selbst im Winter sonnig und weit wirkt oder hinauf zum Adlerhügel, ein kurzer Anstieg, der mit einem weiten Blick über den Talkessel belohnt.

Joggen im Winter hat etwas Meditatives. Die Welt ist gedämpft, ob vom Schnee oder einfach nur von der kühlen, klaren Luft, alles klingt leiser als sonst. Nur das gleichmäßige Auftreten, das Rascheln der Funktionsjacke und das rhythmische Atmen begleiten einen. Kein Radverkehr, kein Sommertrubel, oft ist man allein unterwegs, hört nur hier und da den Ruf eines Vogels oder das Knacken eines Astes im Frost.

Und der Körper dankt es doppelt: Das Licht im Winter hebt die Stimmung, selbst an grauen Tagen. Studien zeigen, dass schon kurze Läufe im Tageslicht Serotonin und Vitamin D pushen - gut gegen den Winterblues. Weil der Körper Wärme produzieren muss, verbrennt er im Schnitt fünf Prozent mehr Kalorien als bei gleicher Strecke im Sommer. Und wer regel- mäßig läuft, stärkt Herz, Kreislauf und sogar das Immunsystem. Natürlich braucht es ein bisschen Vorbereitung. Profilierte Lauf- schuhe oder kleine Spikes geben Halt, wenn nächtlicher Frost die Wege glatt macht. Mehrere dünne Schichten halten warm, ohne zu überhitzen, und ein Buff vor dem Mund verhindert, dass die kühle Winterluft die Atemwege reizt. Sichtbarkeit ist wichtig, besonders am Nachmittag, wenn die Sonne im Tal schon gegen 16 Uhr verschwindet. Eine leichte Stirnlampe oder reflektierende Weste gehören deshalb dazu.

Fokus auf die Laufschuhsohlen beim Winterjoggen.

Diese Kälte. Und das Knirschen unter den Schuhen. Wenn der erste Atemstoß in der klaren Winterluft kleine Wölkchen malt und jeder Schritt ganz leicht ist. Beim Winterjogging zählt nicht Zeit, sondern Gefühl. Es ist ein Eintauchen in Stille, Licht und eine Landschaft, die im Winter ihr eigenes Gesicht zeigt.

Gerade wenn Loipen nicht gespurt sind oder die Skisaison im Tal auf sich warten lässt, sind Laufschuhe die einfachste Wahl, um draußen aktiv zu sein. Wer Abwechslung sucht, findet sie hier leicht, vom kurzen Feierabendlauf bis zur längeren Tal- runde, etwa Richtung Laubau oder zum Taubensee. Lichte Waldabschnitte, offene Felder und kleine Anhöhen wechseln sich ab und schaffen immer wieder neue Perspektiven.

Man muss auch nicht allein laufen. Zu zweit oder in der Gruppe fällt es viel leichter. Es motiviert, macht Spaß und gibt Sicherheit, gerade wenn Wege glatt oder schattig sind. Zugleich kann man Winterläufe auch ganz bewusst solo genießen: nur der eigene Atem, der gleichmäßige Schritt und der Blick auf eine Landschaft, die sich gerade in der kalten Jahreszeit von einer besonderen Seite zeigt.

Winterjoggen mit Bergpanorama

Winterjogging braucht keinen Schnee und funktioniert bei fast jedem Wetter.

Vielleicht ist genau das das Besondere am Winterjogging: Man muss sich öfter überwinden, weil Sofa und warme Stube so verlockend sind. Aber wer trotzdem rausgeht, wird belohnt: mit wachen Sinnen, frischer Energie und dem Wissen, den inneren Schweinehund besiegt zu haben. Und nichts macht mehr Lust auf die nächste Runde, egal ob Schnee liegt oder nicht. 

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