Noch ist es stockdunkel am Wanderparkplatz. Autotüren klappen, Rucksäcke werden geschultert. Stirnlampen werfen helle Kegel in die Nacht, reihen sich wie eine kleine Lichterkette, während die Gruppe gemächlich in den Wald zieht. Der feuchte Boden riecht nach Harz und Moos, das Klicken der Wanderstöcke gibt den Takt vor. Es ist kurz nach zwei Uhr morgens.
Anfangs wird noch viel geredet, doch je steiler der Weg, desto stiller wird es. Das Gehen wirkt meditativ. Über den Baumwipfeln spannt sich ein weiter Sternenhimmel, die Milchstraße leuchtet klar.
Wanderführer Joachim Ries weiß, dass die Tour mehr ist, als nur ein Morgenspaziergang: „Das ist körperlich und mental schon etwas Außergewöhnliches.“ Genügend Pausen, Energieriegel und ein wachsames Auge auf die Gruppe gehören deshalb für ihn dazu. “Den Kienberg bei Nacht muss man sich zwar erkämpfen, aber genau das macht das Gipfelerlebnis so einzigartig und unbezahlbar”, sagt er.