Die Hocherbalm diente unter Kurfürst Maximilian I., dem Her- zog von Bayern, als Bergbauernhof und lieferte Milch und Käse. Der Name „Hocherb“ geht auf die mittelalterliche Bezeichnung „Aribo“ - väterliches Erbe der Adligen – zurück. Ein gemauerter, gut erhaltener Weihwasserstein in der Stube der Alm ist mit 1624 datiert, soweit lässt sich das denkmalgeschützte Anwesen mindestens zurückverfolgen. Auf dem Stubentisch haben sich über Jahrhunderte Sennerinnen und Senner verewigt.
Von Mai bis Oktober dürfen etwa 50 Jungtiere heroben ihre Sommerfrische verbringen. In dieser Zeit ist die Alm auch bewirtschaftet und Michael Hußl bietet jeden Monat Käseseminare an.
An diesem frühen Nachmittag, einer der ersten warmen Mai- tage, hat auf der Hocherbalm die Sommersaison gerade begonnen. Michael Hußls Hauptarbeitsstätte ist eigentlich das Gut Sossau in Grabenstätt, wo die Milch der Kühe in einer modernen Käserei direkt weiterverarbeitet wird. Regelmäßig schaut er aber auch auf der Hocherbalm vorbei. Der gelernte Milchtechnologe hat seine Ausbildung in einem großen Industrieunternehmen absolviert und dann im Allgäu die Meisterprüfung abgelegt. „Für mich war klar, dass ich in einem kleineren Betrieb arbeiten will. Denn wirklich gut ist ein Käse dann, wenn er handwerklich hergestellt wird“, findet Michael Hußl. So, wie auf Gut Sossau. Nachdem die jetzige Besitzerfamilie Meltl das Gehöft in Grabenstätt samt der da- zugehörigen Hocherbalm in Ruhpolding 2008 übernommen hatte, wurde diese umfassend saniert, auch die ursprüngliche Almsennerei, die mittlerweile nur noch zu Schauzwecken benutzt wird.